Rudolf Hurni

Biografische Daten

 

 

 

 

Rudolf Hurni wurde am 20. September 1914 in Studen bei Biel/BE als zweitjüngster von 11 Geschwistern geboren. Hatten seine Grosseltern noch einen bäuerlichen Hintergrund, arbeitete sein Vater dann als Konstruktionszeichner in einer auf Brückenbau spezialisierten Firma, bei den Alpha-Werken in Nidau. Als Rudolf vier Jahre alt war, starb seine Mutter.

Schon klein Rudolf war stets begeistert von Schaufenstern und Plakaten. Auch er wollte ein Plakatmaler werden. Trotz familiärem Wiederstand begann Rudolf Hurni nach seinem Schulabgang in Biel eine Schriftenmalerlehre, welche er wegen der Aufgabe des Geschäfts seines Lehrmeisters im dritten Jahr in Bern abschliessen konnte.

 

 

1934 – 1935

Weiterbildung an den Kunstgewerbeschulen in Brüssel.

1935 – 1939

Tätig als Schriftenmaler und Grafiker in Bern. In dieser Zeit verkehrte er im Haus am Kistlerweg 6, wo er Paul Klee kennen lernte. Dieser lud ihn zu einem Besuch in sein Atelier ein. Diese Begegnung prägte ihn nachhaltig.

Um frei zu bleiben, vermied er Festanstellungen, legte jeden zu entbehrenden Franken beiseite um sich mit dem Ersparten in Berlin und Paris weiterbilden zu können. So oft als möglich reiste er in diese Städte um dort für sich zeichnen und malen zu können.

1939

Arbeitet erstmals in Zürich. An der Landesausstellung führt er gestalterische Arbeiten aus. Hier hatte er Kontakt mit den besten Schweizer Gestaltern der damaligen Zeit.

1939 – 1945

Beschäftigt als Magaziner in den damaligen Flugzeugkonstruktionswerken auf dem Waffenplatz in Thun

Ab 1945

Eröffnet in Aarau eigenes Grafikatelier und betätigte sich überregional als Schriftenmaler. Nebenbei besucht er Kurse in den Kunstgewerbeschulen in Zürich und Bern. Nebenberuflich beginnt er mit dem Malen.

Ab 1951

Wohnhaft ab November in Zürich. Betreibt noch eigenes Atelier für Grafik. Zeitweise als Wochenaufenthalter in Bern, beteiligt er sich an gestalterische Arbeiten bei den TV-Demonstrationssendungen im neuen Aarbergerhof. Erstellt den Wappenbär an der Fassade der Firma Alder in Bern.

1955

Wird Mitglied der GSMBA, Sektion Zürich.

Aufenthalte in Paris und Südfrankreich. Es entstehen Stilleben, Atelierinterieurs, Städte- und Hafenbilder. Erhält Auszeichnung (Silbermedaille) am Salon national, Musée moderne Paris.

1958

Erste Teilnahme an Gruppenausstellung mit den Zürcher Künstlern im Helmhaus Zürich.

1961

Einzug in die Atelierräumlichkeiten an der Hofstrasse. Erste Einzelausstellung mit nahezu 50 Werken, in der Kunstkammer Strauhof, Zürich.

1962, – 64, – 66

Erhält drei Kunstförderbeiträge des Kanton Zürich und unternimmt in der Folge mehrere Reisen nach Italien, in die Toscana (Florenz, Siena, Assisi, Arezzo), unter anderem mit dem Künstlerfreund Willi Hartung. In der Folge ist er nachhaltig beeindruckt von Giotto und den italienischen Primitiven, es entstehen stark vereinfachte und verinnerlichte Frauenbildnisse.

Ab 1964

Nach der Auseinandersetzung mit Jean-Baptiste Cardin und Giorgio Morandi, reifte der Entschluss, sich auf figurative Stilleben zu konzentrieren.

Ab 1965

Schrittweise Aufgabe des Berufs als Schriftenmaler zum freischaffenden Maler.

1982

Im Alter von 68 Jahren, Vollendung des letzten figurativen Bildes. Nach schwerer Krankheit und Operation, Übergang zur konstruktiven Malerei, zu einfachen geometrischen Bildordnungen.

Ab 1984

An den Wochenenden pendelt er von Zürich nach Bern oder ins Tessin. Entwicklung der dreidimensionalen konstruktiven Objekte, anfänglich flache -, später auch dreieckige Stelen.

1988

Mitbegründer der Gruppe X in Zürich.

1989

Ausstellung in der Galerie Verena Müller in Bern.

Es erscheint zum 75. Geburtstag die 1. Monografie „Rudolf Hurni“ von Gerhart Piniel, welche sein Gesamtwerk einem breiten Publikum bekannt macht.

Im Auftrag der Firma Chocolat Camille Bloch SA kreiert er im Rahmen der Förderung von Kunst und Künstler, die zweite Künstlerpackung (25000 Ex) für Ragusa.

1991 – 1992

Er gewinnt Wettbewerb Kunst am Bau und realisiert Objekte in der Vorwerk International AG in Wollerau und gestaltet, anlässlich der 100-Jahr-Feier, die Aula der Gemeinde Studen, seinem Geburtsort.

1990 – 1994

Entstehen Kunstkataloge anlässlich Ausstellungen im Pavillon Werd, SBG, Zürich.

1994

Erscheint zum 80. Geburtstag die 2. Monografie von Peter Killer. Diese enthält nun ausschliesslich konstruktive Werke. Dieses Buch erhält unter Jurypräsident Dr. Beat Koelliker, die Auszeichnung „ Die schönsten Schweizer Bücher 1994“.

1994 – 1996

Im Pendovelag entstehen diverse Bucheinbände mit Früchtestilleben und Buchumschläge mit konstruktiven Motiven. Anlässlich einer Semesterarbeit im Fach Deutsch der HWV in Bern, entsteht die Studie «Ein Farbobjekt von Rudolf Hurni», inklusive Interview mit dem Künstler.

Bedeutende Einzelausstellung in der Galerie Proarta, Zürich.

1998 - 2000

Lebt und arbeitet weiterhin in Zürich an der Hofstrasse, wo er auch weiterhin alles Geschäftliche abwickelt, verbringt jedoch die Wochenenden stets als Pendler in Bern oder im Tessin. An beiden Orten betreibt er inzwischen seine Zweigateliers.

Beteiligt sich an Einzel- und Gruppe X-Ausstellungen, unter anderen auch als ältester Teilnehmer am Swiss Artists Forum in der BEA bern expo.

2000

Erleidet Anfangs Jahr einen Herzinfarkt in Bern und kann nach Spitalaufenthalt nicht mehr alleine nach Zürich zurück kehren. Aufgabe der Wohnung und des Ateliers in Zürich, sowie Umzug nach Bern im November. Zum Jahreswechsel nimmt er die Arbeit im inzwischen in Bern neu eingerichteten Atelier wieder auf.

2001

6. Mai – 1. Juli retrospektive Ausstellung in der Fondation Saner Studen, zusammen mit dem Eisenplastiker Walter Linck. Erscheinen von zahlreichen Zeitungsartikeln in der ganzen Schweiz, sowie auch ein Beitrag mit Interview im Lokal TV von Biel.

2002

Im November schwerer Sturz mit Oberschenkelhalsbruch als Folge und erneutem Spitalaufenthalt.

Vernissage der im Rahmen von 15 Jahre Ragusa Art stattfindenden Ausstellung, wiederum in der Fondation Saner Studen. Erfährt hier letzte persönliche Ehrung zu Lebzeiten für sein Lebenswerk.

2003

Rudolf Hurni verstarb am 2. April nach erneutem kurzen Spitalaufenthalt im Zieglerspital in Bern, unweit seines Ateliers.

 

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