Zeitungsartikel oder Auszüge davon über die jeweiligen Ausstellungen
Für die folgenden Presseartikel, sowie Auszüge aus solchen, wurde von den Redaktionen freundlicherweise das Einverständnis für deren Verwendung erteilt. Genannt sind der zugrundeliegende Anlass sowie das publizierende Organ. Sofern die Autorin oder der Autor der jeweiligen Artikel ersichtlich waren, sind diese namentlich, oder mit dem Kürzel aufgeführt. Für das Entgegenkommen sei hiermit gedankt. Betreffend der Chronologie von Berichten sind in der Folge auch Hinweise auf Artikel aufgeführt, für welche das Einverständnis für deren Veröffentlichung nicht oder nur zeitlich beschränkt erteilt wurden. Bei Titeln und Redaktionen, welche nicht mehr existieren, oder solche die unsere Anfrage nicht beantwortet haben, sind wir davon ausgegangen, dass die Veröffentlichung unter Nennung der Quelle rechtens ist.
Quelle: NZZ, 4. Oktober 1961, gesamter Artikel
Anlässlich: 1. Einzelausstellung, Zum Strauhof, Zürich
Verfasser: r.
Der an dieser Stelle vorgesehene Artikel wurde leider nur für eine beschränkte Zeit zur Verfügung gestellt.
Quelle: Tagesanzeiger, im Oktober 1962, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einzelausstellung, Galerie Staffelei, Zürich
Verfasser: lf.
(…) Mit Ausnahme von zwei Früchtestilleben, Trauben und Birnen, stellt er nichts als Frauenbilder zur Schau. (…)
Quelle: Der Landbote, Sonntagspost, 11. November 1966, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Ausstellung zusammen mit Bildhauer Rolf Flachsmann, Galerie am Platz, Eglisau
Verfasser: U. Schelling
Rudolf Hurni, ein Meister des Stillebens
(…) Hurni gelangte spät zur freien Kunst. Es folgten Zeiten des Suchens und Tastens. Seit ein paar Jahren nun malt Hurni fast ausschliesslich Stilleben, und selbst das Portrait verwandelt sich unter seiner Hand in ein Stilleben. Es hat seither in seinem kleinen Atelier ein Oeuvre begonnen, das einem Kreis von Eingeweihten zwar kostbar ist, das aber eine allgemeinere Anerkennung verdient, auch wenn Hurni sich in der Verborgenheit wohlfühlt und mit Ausstellungen zurückhält. (…)
Quelle: Schweizer Monatszeitschrift für Architektur, Kunst und künstlerisches Gewerbe,Werk Nr. 1, Januar 1967, ganzer Artikel
Anlässlich: Stillebenausstellung im Bregenzer Künstlerhaus, im vergangenen Sommer
Verfasser: Dr. Heinz Keller
Zu den Stilleben Rudolf Hurnis
An der grossen Stillebenausstellung des vergangenen Sommers im Bregenzer Künstlerhaus fielen die Bilder eines Zürcher Malers, Rudolf Hurni, durch ihre Eigenart auf. Offensichtlich waren sie – wie noch andere Werkgruppen beteiligter Künstler – unter dem Eindruck der Stilleben Giorgio Morandi gemalt; auch an Henri Rousseau mochte man denken. Aber wenn der eine Anklang auf die offenkundige Verehrung eines Vorbildes zurückging, so war die andere Verwandtschaft wahrscheinlich unbewusst und beruhte wohl eher auf einer strukturellen Verwandtschaft, als auf äusseren Einflüssen, und über beides hinaus verblieb eine unverkennbare persönliche Wesensart, die dazu verlockte, dem Ursprung uns der geistigen Situierung dieser Malerei nachzugehen. Morandis Einwirkung auf zahlreiche Künstler der Gegenwart ist – nicht nach der Breite und vielleicht auch nicht nach der unabsehbaren Vielartigkeit der Probleme, wohl aber nach der eindeutigen Bestimmtheit – mit der Cézannes auf die junge Generation in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts zu vergleichen. In Italien spricht man schon seit mindestens einem Jahrzehnt vom «Morandismo», und es würde sich lohnen, bald einmal Richtung und Umfang dieser Strömung zu untersuchen. Von der Radiertechnik, die Morandi als Lehrer der Grafik an der Akademie der schönen Künste in Bologna im unmittelbaren Kontakt an seine Schüler weitergab, über den malerischen Vortrag der Ölbilder, die besondere Farbempfindlichkeit, die Kompositionsformeln, die Thematik, die Wahl des Stillebens zum Träger eines seelisch-geistigen Ausdrucks bis zu der besonderen Art dieses Ausdrucks selbst wären zahlreiche Tiefenschichten in der Aufnahme und Verarbeitung des Vorbildes nachzuweisen. Rudolf Hurni, heute anfangs der Fünfziger stehend, in Zürich lebend, begegnete erst vor wenigen Jahren dem Schaffen Morandis. Die Einwirkung auf sein Schaffen wurden in den beiden letzten Jahren sichtbar. Hurni gelangte spät zur freien Kunstübung. Er kommt von der Gebrauchsgraphik her und übt sie heute noch als Brotberuf aus. In manchem ist er dem Panoramazeichner Albert Bosshard (1870 – 1948) zu vergleichen, der gleichfalls als ausgebildeter Graphiker und im Umgang mit Malern zu einer Kunst gelangte, die in vielen entscheidenden Eigenschaften zu der Laienmalerei gehört (siehe WERK 11, 1961). Denn auch Hurnis Schaffen besitzt bezeichnende Züge naiver Kunst. Auch seine Bilder – früher Stadtlandschaften und Bildnisse, heute fast ausschliesslich Stilleben – sind sichtlich schwer errungen, keiner technischen Routine, keiner flüssigen Handschrift, keiner Malschule, keiner Bildformel verpflichtet. Ihre Komposition wie ihr malerischer Vortrag ist mühsam erarbeitet. Hurnis Produktion wirkt darum auch in einer strengen Auswahl unausgeglichen, und von der stillen Meisterschaft, seelischen Gelöstheit und schlackenlosen Verwirklichung Morandis trennt sie eine Welt. Farbmaterie und Farbklang sind wie geknetet und kaum je im ersten Ansatz erreicht. Aber gerade dies macht auch ihre Intensität und spezifische Schwere aus – ähnlich, wie in Bosshards Aquarellen, die vielen Arbeitsgänge, unterbrochen durch lange Pausen, zu der besonderen Erlebnisdichte führten. Vor allem erwächst aus diesem Arbeitsprozess hier wie dort der seelische Ausdruck. Das instinktive Leben dominiert bei beiden Künstlern. Ist es bei Bosshard eine dumpfe Trauer, die fast das ganze Werk durchzieht, so bricht bei Hurni durch alle Mühsal der Bildwerdung immer wieder Staunen vor dem Wunder des einfachen Da-Seins und die Sehnsucht nach einer kaum je ganz zu erreichenden Harmonie durch. Stärker als die körperliche Präsenz der Gegenstände ist, wie bei Morandi, die geistige; aber stehen sie bei Morandi in einem still, doch klar definierten Raum, so scheinen sie bei Hurni in ihm oft zu schweben. Hier wird eine weitere innere Herkunft Hurnis sichtbar: Er lebte in Zürich im Strahlungskreise Otto Meyer-Amdens, und wie Meyer-Amdens Zeichnungen bilden sich seine Körper und Einzelformen wie von innen heraus, einem eigenen Formgesetz entsprechend – nicht im Gleichgewichte mit dem umgebenden Raum wie bei Morandi und nicht als Funktion der Bildfläche wie bei Cézanne. Aber wieder trifft sich Hurni mit Morandi: seine Objekte – Gefässe, Früchte – treten in Beziehung zueinander, in jene eigenartig vorsichtige Beziehung, die gleicher Weise verlangen nach Kontakt wie Scheu vor Kontakt verrät. Innerhalb des «Morandismo» nimmt Hurni eine Sonderstellung ein. Entgegen dem ersten Anschein hat das Beispiel Morandis mehr in einem geistigen Sinne befreiend als durch äussere Einflüsse bestimmen gewirkt. Man könnte Hurnis Malerei genau so gut als Grenzfall naiver Kunst betrachten, als Beispiel einer instinktiven Kunst ausserhalb der Schulen, die sich unter den verwirrenden Erscheinungen der Zeit mehr menschlich als stilistisch für jene Vorbilder entscheidet, die dem Suchen nach Verpflichtung entgegenkommen.
Quelle: Die Tat, im Oktober 1967, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Gruppenausstellung Zürcher Künstler, Kunstkammer Strauhof, Zürich
Verfasser: Db.
Rudolf Hurni(…)Vor kurzem hat sich sein Bildstil so stark geändert, dass man auf den ersten Blick hin glauben könnte, in drei Räumen drei verschiedenen Malern zu begegnen. Vor einigen Jahren noch fasste er seine Stadt- oder Landschaftsmotive zeichnerisch exakt und durchscheinend klar in der Art eines Ingresschülers, liebevoll zudem wie ein peintre naïf. Als ihn stärker die Farbe lockte, stiegen Erinnerungen auf an kurze Besuche im Hause Klees am Kistlerweg in Bern, die mehr als 20 Jahre zurück liegen, und es entstanden kindliche Köpfe in warmen Tönen, begleitet von präzis gegliederten bunten Mustern. Neuerdings hat sich der geweitete Bildraum eingedunkelt und eine tiefe Ruhe breitet sich darin aus. (…)
Quelle: Der Landbote Nr. 231, 4. Okt. 1967, Auszug aus dem Pressetext
Anlässlich: Einzelausstellung, Galerie im Weissen Haus, Winterthur
Verfasser: U. Schelling
(…) Ein Maler, der sich bei Hurni etwas eilig umgesehen hatte, meinte ziemlich bekümmert «Machsch nu Stilläbe?» – Das Stilleben allerdings, steht in der Mitte von Hurnis Schaffen. In dieser «niederen» Gattung – und als solche galt das Stilleben nicht nur zur Zeit Chardins, von dem die gelehrten Kritiker auch sagten: Schade er malt nur Stilleben –, in dieser dem stummen Gegenstand zugewandten Malerei hat Hurni vor einigen Jahren seinen künstlerischen Durchbruch erfahren, ein Ereignis, das, wo immer es eintritt, etwas Überraschend-Wunderbares, etwas Unausdenkliches enthält. Hurni hütet sich davor, das unverhoffte Geschenk erklären zu wollen, wie ihm überhaupt die Gabe eigen ist, das Gute, das das Leben anbietet, dankbar anzunehmen und alles übrige auf sich beruhen zu lassen. Seiner Gabe, seiner ihm zubestimmten Aufgabe ist er treu geblieben in geduldiger Arbeit und ständiger Achtsamkeit. In der Beschränkung des Stillebens hat er seine Freiheit gefunden und ein Reich unerschöpflicher Möglichkeiten entdeckt, eine Fülle, die ihn, den Fünfziger, täglich verjüngt. Man muss es erlebt haben, in welchem Freudeneifer er geraten kann, welche Schaffenslust, Zukunftslust ihn ergreift, wenn er von seiner Arbeit und seinen Plänen erzählt, er, dem das Reden sonst nicht leicht fällt. Zuweilen scheint es wieder, als wisse er selbst nicht recht, wie ihm geschehen sei, als sehe er selbst verwundert zu, was sich unter seiner Hand herangebildet hat. Ich kenne keinen Künstler, der so offen, so ungeniert freudig, zugleich so selbstlos und bescheiden sein eigenes Werk anstaunen kann, wie Hurni, der sich die Gnade des Kindlichen bewahrt hat. (…)
Quelle: Der Landbote Nr. 238, 12. Oktober 1967, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einzelausstellung, Galerie im Weissen Haus, Winterthur
Verfasser: Helmut Kruschwitz
(…) Er malt nicht ausschliesslich Flaschen, Krüge und Schalen und schon gar nicht Blumensträusse wie Morandi. Die Körperlichkeit der Gefässe scheint ihm wohl zu aufdringlich. Früchte in ihrer vielfältigen, nicht eindeutig begrenzten Gestalt, vor allem Birnen, dann Äpfel, Zwetschgen, Kirschen und Erdbeeren als Ereignis des Gewachsenen, als Sinnbild des reifen Lebens, als Zeichen der unerschöpflichen Fruchtbarkeit der Natur bilden den thematischen Schwerpunkt seiner Stilleben. Von den ausgestellten Bildern sind fünfzehn reine Früchtestilleben, in elf Stilleben liegen Früchte in Schalen oder neben Krügen und Flaschen; nur zweimal begnügt er sich mit Flaschen oder Krügen. Vor allem in den neueren Gemälden neigt der Künstler dazu, die Früchte ihrer Körperlichkeit zu entkleiden, sie zu vergeistigen, in dem er ihre räumliche Umgebung immer mehr verflüchtigt. Liegen die Früchte auf einem Tisch, erscheint dieser nie körperhaft, sondern als Fläche ohne Zargen und Beine. Bisweilen deutet er die Tischfläche durch Vorder- und Hinterkante an, wodurch die Waagrechte stark betont wird; dann wieder gibt er nur die Hinterkante an, welche den Bildschirm in zwei Hälften teilt. Seltener schiebt sich die Tischfläche von links in eine einfachen Parallelperspektive ins Bild oder erscheint als beidseitig angeschnittenes Oval. Oft verzichtet er auf sie; der Raum ist nur noch durch eine leicht gebogene Linie kaum sichtbar getrennt, wobei das Oben und Unten sich farblich gegenseitig durchdringen. In manchen der jüngsten Stilleben fehlt jede räumliche Trennungslinie. Den Bildraum erfüllt ein Fluidum, erzeugt von einem durchgehenden Farbton. Je stärker die räumlich-plastischen Elemente zurücktreten, desto mehr geraten die Früchte und Gefässe in einen eigenartig schwebenden Zustand. (…)
Quelle: Azione n. 26, 27. Juni 1968, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Ausstellung mit Martin Brieger, Galeria AAA, Ascona
Verfasser: Angelo Case
(…) Forme morte, dunque? No. Assolutamente. Hurni lavora queste sue composizioni con fredda sensibilità: staccato forse dalla realtà, come un automa: ma oltre la guaina di vernice c’è un battito di sogno allucinato, un pensiero saturo di cultura che riunisce osservazioni capillari e magìe di alchimista: egli distilla quadri di una bellezza fin troppo elegante, superfici tirate alla pietra pomice, intarsi, con sottili vibrazioni di tono, e quando c’è una variante di colore, ancor più si raggruma un silenzio siderale, il silenzio che dovette salutare – nei giorni della creazione – la titubante apparizione delle prime forme di vita vegetale: frutti che hanno strettissima parentela con i minerali, non sono ancora stati contaminati dalla voracità dei desideri umani. Frutti dell’albero del Bene e del Male: lontani dalle insidie demoniache, non soggiogati al destino della vita e della morte: frutti privilegiati, destinati a splendere ab immemorabili, in un loro spazio teso allo spasimo, in un loro cromatismo per nulla corruttibile.
Deutsch Übersetzung (…) Also tote Formen? Nein. Ganz und gar nicht. Hurni erarbeitet diese Kompositionen mit kalter Sensibilität. Vielleicht losgelöst, von der Realität, wie ein Automat. Aber hinter der Hülle der Farbe gibt es einen halluzinierten Traumschlag, ein kulturgesättigtes Denken, das der kapillaren Beobachtungen und alchimistische Magie verbindet: Er destilliert Bilder von allzu eleganter Schönheit, Oberflächen, wie auf Bimsstein gezeichnet. Intarsien, mit subtilen Tonschwingungen, und wenn es eine Farbvariante gibt, sogar eine Stille, die Stille, die in den Tagen der Schöpfung das zögerliche Erscheinen der ersten Formen des pflanzlichen Lebens begrüßt haben muss. Früchte, die eng mit den Mineralien verwandt und noch nicht von der Unersättlichkeit der menschlichen Begierde verunreinigt sind. Früchte des Baumes von Gut und Böse. Fern von dämonischen Fallen, nicht dem Schicksal von Leben und Tod unterworfen. Früchte privilegiert, dazu bestimmt, von Ewigkeit her zu leuchten, in ihrem eigenen, bis zum Äußersten gedehnten Raum, in ihrer eigenen Färbung, die keineswegs korrumpiert.
Quelle: NZZ
Nr. 576, 10. Dezember 1971, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Ausstellung, Galerie Läubli, Zürich, 30. November bis 18. Dezember 1971
Verfasser: Verfasser nicht erwähnt
Der an dieser Stelle vorgesehene Text wurde leider nur für beschränkte Zeit zur Verfügung gestellt.
Quelle: Der Landbote Nr. 290, 13. Dezember 1971, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Ausstellung, Galerie Läubli, Zürich, 30. November bis 18. Dezember 1971
Verfasser: Gerhard Piniel
Das stille Schaffen Rudolf Hurnis
(…) Es dauert Jahre, bis dieser Maler für eine Ausstellung genügend Bilder
beieinander hat, so bedächtig und geduldig ist er an der Arbeit. Seine
Stilleben gedeihen und reifen während Monaten, wie d ie Früchte, die er
fast ausschliesslich darstellt. Jedes seiner Bilder hat verschiedene
Stadien des Gestaltwerdens durchlaufen müssen, um seine volle Substanz,
seine ganze geläuterte Schönheit zu erlangen. (…)
Quelle: Der Bund, 11. Oktober 1983
Anlässlich: Ausstellung, Galerie Verena Müller, Bern, im Oktober 1983
Verfasser: P.F.
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Quelle: Der Landbote, 26. September 1984, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einzelausstellung, Galerie im Weissen Haus, Winterthur, 22. Sept. bis 27. Okt. 1984
Verfasser: Helmut Kruschwitz
Intuitive Ordnung – Poesie der Stille
«Neue Bilder» heisst die Ausstellung des siebzigjährigen Zürcher Künstlers Rudolf Hurni. Neu sind seine Bilder insofern, als die Ordnung der Früchte und Gefässe seiner Stilleben jetzt mit der Ordnung farbiger Quadrate und Rechtecke vertauscht ist. Aus dem Stillebenmaler ist ein konstruktiver Künstler geworden. Eine solche Wandlung muss man als eigentlichen Neubeginn bezeichnen, wie er in Hurnis Werdegang schon zweimal eingetreten ist. (…) Nach einer ersten, mehr naiven, erzählfreudigen Landschaftsmalerei, mit der sich Rudolf Hurni als Spätberufener – damals bereits über vierzig Jahre alt – dem künstlerischen Schaffen zuwandte, wurde er als Stillebenmaler neu geboren. Fortan machte er die stille Ordnung von wenigen Früchten oder Gefässen im farbigen Bildraum zu seinem ausschliesslichen Thema. 1983 fand Hurnis «Neugeburt» als konkreter Maler statt. Innerlich vorbereitet, vollzog er diesen Wandel, der im Herbst 1982 durch das Trauma einer schweren Operation ausgelöst wurde, ebenso entschieden wie den ersten. Als Genesender noch hat er sein altes düster-graues Atelier aufgeräumt, vergrössert und hell und licht ausgemalt. Erst dann begann er seine neuen Bilder zu malen. Die Stilleben hat er endgültig beiseite geschoben; sie verschwanden von der Staffelei. (…)
Das Glück der Mitte
Bereits schon in den Stilleben kreist Hurnis Ordnungsdenken um eine unsichtbare Mitte, die jetzt in der Flächenhaftigkeit der geometrischen Grundformen eine weitere Klärung erfährt, aber immer noch intuitiv gefunden werden muss. Zugleich entfaltet sich aus der Fläche eine neue räumliche Dimension, die allein von der Leuchtkraft der Farben bestimmt ist, nicht mehr von der Raumperspektive. Die kräftigen Farben der Mitte drängen nach vorne, die stumpferen der Randzone hingegen weichen zurück. So entsteht eine neue Poesie der Stille, die in anderer Gestalt das Wesen der Stilleben ausmachte – eine Stille, die an Reinheit und Klarheit gewonnen hat. Wie eh und je sind es Bilder eines glücklichen, in sich ruhenden Menschen, der zutiefst überzeugt ist von dem, was er macht.
Quelle: Der Bund Nr. 22, 28. Januar 1986, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Doppelausstellung mit Marc Jurt, Galerie Verena Müller, Bern, 11. Jan. bis 27. Febr. 1986
Verfasser: P.F.
(…) Sie erhalten Einblick in das Œuvre eines arrivierten Meisters, der sich als 72-jähriger, von den Fesseln des Motivs befreit, konsequent der intuitiven Farbgebung widmet (…).Rudolf Hurni, der in Zürich lebende Bieler, ist in Bern kein Unbekannter. In vielen Privatsammlungen hängen seine kühlen Stilleben und distanzierten Bildnisse, die mit ihrer Sprödigkeit eine geheimnisträchtige Unberührtheit ausstrahlen. 1982 verliess er in beeindruckender Konsequenz den gesicherten Erfolgsweg und entschloss sich zu einem Wagnis: In konkreter Manier setzt er neu seine perfekte dünnschichtige Acrylmalerei ein bei der Bewältigung rein geometrischer Motive. Das Quadrat steht im Zentrum seiner Experimente und dient ihm als Austragungsort seiner farblichen Kompositionen. Im Gegensatz zu den Zürcher Konkreten, deren plakative Farbgebung eine expressive Suggestivität erzielen will, setzt er seine inneren Stimmungen um in zarte Fugierungen, die durch ihre Konsequenz Tafelbilder leiser Melancholie ergeben. Das reine Intellektuelle des mathematischen Kalküls wird von Rudolf Hurni erweitert durch eine sehr emotionale «impressionistische» Lösung, die auch einen dem Konkreten abholden Betrachter zu verzaubern vermag.
Quelle: ANZEIGER VON USTER, 24. September 1988, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einzelausstellung, Galerie Altgass, Hegnau, bis 28. Oktober 1988
Verfasser: wy.
Diesen Monat ist er im Zürcher Kunsthaus zu sehen und seit Donnerstag ist er in Hegnau: Rudolf Hurni zählt zu den bedeutendsten Konstruktiven unseres Landes. Ueber 40 Bilder in Acryl sind bis zum 28. Oktober ausgestellt. Es gab eine Zeit, da hat Rudolf Hurni hübsche Blumensträusse in altmeisterlichem Stil gemalt. Das liegt aber rund dreissig Jahre zurück. Seither hat der Mann in grossen Sprüngen mit der Entwicklung der Moderne Schritt gehalten. Die Anstösse zu Veränderungen kamen immer von aussen, leiteten neue Phasen ein, die im Menschen nach Durchbruch gesucht hatten. Am Anfang der Künstlerlaufbahn lag die Begegnung mit Paul Klee. Der junge Schriftenmaler Rudolf Hurni entschloss sich, die Feder mit dem Pinsel zu vertauschen und sich an der Kunstgewerbeschule in Zürich weiterzubilden. (…) Hurni malte Interieurs und Portraits, Stilleben brachten ihm aber die anregendste Auseinandersetzung. Sie führten den Maler schliesslich weg von naturalistischen Darstellungen. (…)
Quelle: Der Landbote, 1. November 1989, Auszug aus Pressetext
Anlässlich: Die Hersusgabe der 1. Monografie über Rudolf Hurni von Gerhard Piniel
Verfasser: Adrian Mebold
(…) Der Pendo-Verlag Zürich hat über den fünfundsiebzigjährigen Zürcher Künstler Rudolf Hurni eine Monografie mit 60 Farbtafeln herausgebracht. Den einfühlsam geschriebenen Text zur Kunst und Person Hurnis verfasste sein Freund, der Winterthurer Kunsthistoriker Gerard Piniel. Ihm ist es gelungen, das Wesentliche an der Malerei des Spätberufenen herauszuarbeiten. Vor allem Hurnis Stillleben, aber auch seine späteren kunstruktivistischen Bilder sind in Winterthur durch verschiedene Ausstellungen bekannt geworden. (…)
Quelle: Der Bund Nr. 240, 13. Januar 1989,
Auszug aus Artikel
Anlässlich: Ausstellung, Galerie Verena Müller, Bern, 12. Oktober bis 11. November 1989
Verfasser: P.F.
(…) Die Farbe selbst ist das Motiv. Die Farben werden einander in quadratischen und rechteckigen Sequenzen
gegenübergestellt, sie durchkreuzen und überlappen sich, sie stossen sich
gegenseitig ab oder suchen sich zu verbinden. Am beeindruckendsten sind wohl
die leuchtenden Stellen, die eine ungebrochene Künstlervitalität belegt. (…)
Quelle: Finanz und Wirtschaft Nr. 100, 23. Dezember 1989,
Anlässlich: Vorschau auf Einzelausstellung, SBG-Galerie Pavillon Werd, Zürich, 10. Mai bis 30. Juni 1990
Verfasser: CFC
Gegenwartskunst (Noch) günstig…
Den heute in Zürich lebenden Grafiker und Maler Rudolf Hurni als neue Entdeckung feiern zu wollen, würde seinem bisherigen Erfolg
und seiner Anerkennung in hiesigen Kunstkreisen wohl kaum gerecht. Dennoch dürfte der 1914 in Studen bei Biel als zweitjüngstes von elf Geschwistern Geborene manchem Gegenwartskunstfreund kein Begriff sein, gehört er doch nicht zu den medienbegabten, populären Exponenten der aktuellen Kunstszene, sondern eher zu den Stillen im Lande. Und wie er selbst, so ist eben auch seine Malerei
nie laut oder aufdringlich, sondern verhalten und anspruchsvoll. (Es folgt Beschrieb zum Erscheinen der 1. Monografie) (…)
Das vergleichsweise unauffällige Auftreten Hurnis, dem übrigens auch Peter Killer in seinem Vorwort zur erwähnten Monografie attestiert,
dass er nie «seine Kunst der der andern angepasst» habe, barg für interessierte Sammler immerhin auch beträchtliche Vorteile, blieben seine Marktpreise auf diese Weise doch weit unter jenem Niveau, das der Reife und Qualität von Hurnis Werk eigentlich angemessen wäre. In seinen Verkaufsausstellungen der letzten Jahre – etwa 1984 in der Winterthurer Galerie im Weissen Haus, 1988 in der Galerie Altgass in Hegnau und jüngst in der Berner Galerie Verena Müller – waren seine Bilder jedenfalls noch ausgesprochen preiswert: Während grössere Öl- und Acrylgemälde zwischen 4000 und 10 000 Fr. kosteten, waren Siebdrucke bereits zwischen 500 und 900 Fr. zu haben.
Man mag es schliesslich achselzuckend als kennzeichnend für die Entscheidungsträgheit hiesiger Museumsankaufkommissionen
ansehen, dass Hurni bislang noch in kaum einer prominenten öffentlichen Sammlung seines Heimatlandes angemessen vertreten ist. Umso erfreulicher und mutiger wirkt daher die Initiative der Schweizerischen Bankgesellschaft, diesem zweifellos wichtigen Künstler zu seinem 75. Geburtstag im Frühjahr 1990 eine eigene grosszügige Ausstellung zu widmen. Ob Hurnis Werke dann allerdings weiterhin so günstig zu haben sein werden, erscheint aller Kunstmarkterfahrung gemäss höchst fraglich.
Quelle: Zürcher Unterländer, 29. Februar 1992, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einzelausstellung, Kaserne Wallisellen, Februar bis 15. März 1992
Verfasser: md.
(…) Was soll ein Werk das sich selbst zum Thema hat? Will der Künstler dem Betrachter überhaupt etwas mitteilen? «Konstruktive Kunst» sagte Hurni jüngst in einem Interview («ZU» vom 22. Februar 1992), «ist nicht Abbild unserer Umwelt, sondern Umsetzung innerer Bilder. Dies sind Eigenschaften, die der moderne Mensch sucht». (…)
Quelle: Tages Anzeiger Zürich, 14. Oktober 1992, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einzelausstellung, Galerie Lidia Jametti, Bachenbülach, 11. September bis 23. Oktober 1992
Verfasser: ks.
«Farbobjekte» als trennend-verbindende Elemente
(…) Der experimentierfreudige Künstler zeigt auch einfach konstruierte Quadratbilder sowie Serigrafien, die mit ihren gedämpften, milderen Farben an Hurnis Stilleben und naive Figurenmalereien erinnern.
Quelle: Züriberg Nr. 39, 28. September 1994, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einzelausstellung, SBG-Galerie Pavillon Werd, Zürich, 9. Mai bis 30. Juni 1994. (Zum 80. Geburtstag)
Verfasserin: Kathrin Haefelin
(…) Seit 1982 gilt Rudolf Hurni als der konstruktive Zürcher, der sich auf die Darstellung von Farben und Formen beschränkt. Er mischt warme oder kalte Farbtöne, pastellfarbene oder schreiende, jedoch immer meisterhaft aufeinander abgestimmt und angeordnet.
Stabmalereien sind heute sein «Markenzeichen», mit Leinwand überzogene Holzkörper mit dem Querschnitt eines gleichschenkligen Dreiecks, immer 180 cm lang. Ihnen und weiteren Symmetriekompositionen ist die Ausstellung gewidmet. (…)
Quelle: Berner Zeitung BZ, 28. Oktober 1994, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einzelausstellung, Galerie Verena Müller, Bern, 12. Oktober bis 11. November 1994
Verfasser: Peter Killer
(…) Farbsensibler Konstruktivist
Rudolf Hurni weiss die jahrzehntelange Erfahrung zu nutzen. Kein anderer Schweizer Konstruktivist geht ähnlich sensibel mit den Farben um. Das Leben der Farben ist für Rudolf Hurni ein Problem, mit dem er sich innigst beschäftigt. So vielfältig und überraschend, wie sich das Leben offenbart, so sollen auch seine Bilder sein. (…)
Quelle: BIELER TAGBLATT/SEELÄNDER BOTE, 15. April 1995, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Einweihung des Plakats zum 37. Puce von Aarberg, im April 1995, an der Feier für den Organisators Heinz Kocher.
Verfasser: Mit Bildern von: ua
(…) Verdienste gebührend zu verdanken, sei nicht einfach, gestand der Organisator des Abends, Peter Pfister. Der Stadtleist habe lange überlegt. Feierlich lüftete Pfister dann das Geheimnis um das vierte Kunstplakat zum 37. Puce, das dem Geehrten gewidmet wurde. Nach Bernhard Sauter, Rudolf Mumprecht und Urs Dickerhof habe der Konkrete Rudolf Hurni als Schöpfer des vierten Kunstplakates gewonnen werden können. Ungewohnt sei die Reihenfolge der Ausgabe – bisher nach jedem fünften Puce – und aussergewöhnlich auch die Stilrichtung des 81jährigen Künstlers. Das konstruktiv konkret gestaltete Plakat mit den Aarberger Farben symbolisiere den Übergang zu neuen Wegen. Der vollkommen überraschte Heinz Kocher erhielt eine in den Farben wunderschön abgestimmte Stabplastik des Plakatschöpfers Rudolf Hurni überreicht (…)
Quelle: Bieler Tagblatt, 5./6. Mai 2001, Auszug aus Artikel
Anlässlich: Ausstellung Fondation Saner, Studen, 6. Mai bis 1. Juli 2001
Verfasser: azw.
(…) In der Aktuellen Ausstellung verbinden sich mehrere Aspekte. Zum einen hat sie Lokal-Charakter. Alle Studener die das Gemeindehaus kennen, kennen auch den in Studen geborenen Rudolf Hurni; zahlreiche Bilder des Künstlers hängen in den Räumen. Zum anderen ist Walter Linck einer der «Lieplingsplastiker» von Gerhard Saner. (…)
Interessanter ist, dass die Werke beider Künstler von einem radikalen Bruch geprägt sind. (…)
Quelle: Le Journal du Jura, 5. Mai 2001, Text zu der im Artikel publizierten Fotografie
Anlässlich: Ausstellung Fondation Saner, Studen, 6. Mai bis 1. Juli 2001
Verfasserin: Catérin Favre
Les Lettres d’amour
Le peintre Rudolf Hurni était présent hier à la Fondation Saner,
accompagné de Mme Marta Bernasconi (l’heureuse destinataire des «Lettres d’amour»,
en arrière-plan sur la photo), qui l’assiste à l’automne de sa vie.
L’artiste ne cachait pas son émotion de se retrouver dans son village
natal. E si le présent, et plus encore le future comptent plus que tout
pour cet homme extraordinaire, il n’en évoqua pas moins les souvenirs
quelque fois douloureux d’une enfance profondément marquée par le décès
de sa mère, alors qu’il n’avait pas l’age de 4 ans.
Quelle: Wochenzeitung Biel Bienne
Verfasserin: Janine Gass
Fotos: Annelies Egli
Abschrift: Der ganze Artikel aus Nr. 21. vom 23 / 24. Mai 2001
Rudolf Hurni Von Studen nach Studen
Mit sicherer Hand und geübtem Auge überschwemmt Rudolf Hurni die Fondation Saner in Studen mit Formen und Farben.
Hurni bringt Farbe und Formen in das Dorf seiner Kindheit: Der 86-jährige Rudolf Hurni stellt in der Fondation Saner in Studen aus.
Entschlossen führt der 86-jährige Mann der den weissen Kittel mit Farbflecken übersät, Besucher ins Zimmer, das ihm als Atelier dient. Wer in Rudolf Hurnis Refugium in Bern eintritt, wird in voller Wucht vom Sommer getroffen: „Ich liebe die Sonne und das Licht!“
Der sanfte Blick hinter der goldgefassten Brille ist wohlwollend, aufmerksam. Kurze Antworten zeigen indes, dass Hurni die Vergangenheit nicht mehr interessiert. „Das liegt alles hinter mir. Für mich zählt das Heute und das Morgen. Ich habe noch so viel zu tun!“
Unangenehm. Hurni weiss, was er will. Wusste es schon in der Schule in Studen, dem Dorf seiner Kindheit, oder später an den Kunstgewerbeschulen in Biel und Bern, wo er sich zum Grafiker ausbilden liess. Er sei ein eher unangenehmer Schüler gewesen, erinnerte sich Hurni. „Ich widersetzte mich jeglicher Kritik. Ich spürte schon sehr früh, dass ich mich nicht von anderen beeinflussen lassen darf.“
Das vorletzte von elf Kindern verliert als Fünfjähriger die Mutter. Eine ältere Schwester kümmert sich um die Erziehung der jüngsten Geschwister. Hurnis Wunsch, Grafiker zu werden und Buchstaben zu malen, findet bei der Familie keine Unterstützung. Doch Hurni bleibt hartnäckig, geht zur Weiterbildung nach Brüssel, sobald er seinen Abschluss als Grafiker in der Tasche hat. Lange bleibt er indes nicht in Belgien, der Unterricht erscheint ihm kaum besser als in Bern. Hurni – methodisch, energisch und anspruchsvoll bei seiner Suche nach Qualität – beschliesst, jedes Jahr während drei Monaten in Paris verschiedene Kurse zu belegen. Längst sind Zeichnen und Malen zu einem äusserst wichtigen Teil seines Lebens geworden. „Es dauert zehn Jahre. Ich spürte, dass ich mich mit grossen Städten auseinandersetzen musste, um weiterzukommen. Ich besuchte viele Galerien und Maler. Matisse und Bonnard, den ich gut kannte. Uns interessierte die Farbe.“
Blinddarmentzündung. Doch die damalige französische Malerei entspricht nicht seinem Stil. „Ich bewunderte Mondrians Genialität. Ich fühlte mich vorallem der Gruppe um Max Bill und Lohse angezogen, mit denen ich in Zürich oft zusammen war. Ich spürte, dass man in der Schweiz in diesem Bereich voraus war.“ und spielt auf Paul Klee an, den er oft im Haus eines gemeinsamen Freundes in Bern getroffen hat.
Eine schlimme Blinddarmendzündung, von der sich Hurni im appenzellischen Heiden erholt, wird zum Auslöser für sein neues Leben als Maler. Er malt, um die Zeit totzuschlagen. „Ich wusste, dass es andere Wege für mich gab. Ich fühlte mich wie neu geboren, bereit für eine neue Art zu malen, auf die ich mich geistig bereits vorbereitet hatte“, erklärt Hurni. Er stürzt sich in den Konstruktivismus, fügt ihm sogar eine dritte Dimension hinzu mit seinen Objekten, seiner Stabmalerei.
Liebesbriefe. Eine Türe wird geöffnet, Hurnis Gesicht hellt sich auf. Marta seine Lebensgefährtin, Partnerin und Komplizin, sein Schutzengel, tritt ins Zimmer. Sie kennt Hurnis Leben auswendig. Als Untermieter bei ihr und ihrem Mann hat er die ersten Gehversuche als Maler gemacht. Damals wusste Marta freilich noch nicht, dass der Künstler sie heimlich liebte. Erst Jahre später, nach dem Tod ihres Mannes, wagte er das Thema anzuschneiden.
Hurni schickte ihr regelmässig eigenwillige Liebesbriefe, drückte seine Liebe mit Formen und Farben aus, mittels Miniaturbildern auf Umschlägen, die manchmal von unbekannten Kunstliebhabern abgefangen wurden.
(Anmerkung des Webmasters: Dabei handelte es sich immer um unverpackte, frankierte, in Postkartengrösse zugeschnittene Kartons oder dünnen Hartfaserplatten.)
„Es ist nicht so schlimm, dass einige gestohlen wurden, das bedeutet schliesslich, dass man meine Arbeit mochte…“, erklärt der Maler lächelnd und gerührt, dass diese Briefe heute in Studen ausgestellt werden.
Auch zu entdecken: Bilder aus seiner «ersten» Epoche, Assoziationen zu Farben und Formen, die die
Ausstellungsräume der Fondation Saner überschwemmen. Aber auch Skulpturen von Walter Linck, einem anderen genialen Schöpfer. Noch bis am 1. Juli in Studen.
Die Ausstellung vom 6. Mai bis 1. Juni 2001 in der Fondation Saner in Studen war für den in Studen geborene Rudolf Hurni die letzte Würdigung seines Gesamtwerkes noch zu Lebzeit. Seine Arbeiten waren gleichzeitig mit Skulpturen von Walter Linck ausgestellt. Die betreffende Ausstellung erhielt im Schweizer Pressewald ein nachhaltiges Echo.
Das Echo dieser Ausstellung in Studen hallte damals in der ganzen Schweiz. In den nachfolgend aufgelisteten Zeitungen und Zeitschriften sind über diesen Anlass noch weitere Artikel in deutsch und französisch erschienen:
Der Bund – Le Journal du Jura – Bieler Tagblatt – La Liberté – Solothurner Zeitung – l’Express – Berner Zeitung BZ – Biel Bienne – Praxis Schweizer Illustrierte – Femina – NZZ – Le Matin
Nachfolgend die Kopie des Originalartikels, erschienen im Feuilleton der Tageszeitung Der Bund vom 11. Oktober 1983.
Dieser betraf die damalige Ausstellung in der Galerie Verena Müller in Bern.
Bis zum 22. Oktober 1983 waren dort Werke von Rudolf Hurni, zusammen mit Plastiken von Paolo Bellini ausgestellt.
